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View Full Version : Sehen statt hören - Messen mit DRM


N_Scheer
02-07-2008, 12:55
Interessanter Beitrag zur Beobachtung der KW-Ausbreitungsbedingungen mit DREAM im neuen Radiokurier
http://www.addx.org/textarchiv/08-07-42-45.pdf

Nico

dadalbinder
14-07-2008, 12:38
Hallo,

das ist endlich mal ein Beitrag, der darauf hinweist, daß man mit den Instrumentarien der neuen SDRs und den damit verbundenen Software-Programmen mehr als nur gehört werden kann.

Zu einer richtigen Analyse fehlen eine ganze Menge von Schritten, die durch jeweilig unterschiedliche Softwaren dargestellt werden können.

Das genannte DREAM ist ja ein klassiches Hilfsmittel, ähnlich verhält es sich etwa mit SDRadio und Winrad von Alberto, dem G8JCFSDR von Peter Carnegie. Sie haben jeweils überschneidende Bereiche, die andere Programm auch haben, zum Teil sind sie aber bei wenigen Punkten einzigartig.

Dennoch: Auch Analysen haben ihre Erweiterungen oder Schwachpunkte. Rechnet man mit einer DRM-Frequenz etwa 6085, schließt man andere Sender-Standorte aus. Dies auch im Kontext der sich übers Jahr ändernden Empfangssituationen, die vor allem im Frühjahr und Herbst sich teilweise über Tage wachsend oder abschwächend sich bemerkbar machen.

Auch schon mit DREAM kann man beispielsweise feststellen, ob ein AM-Störer mit auf dem Band ist. Dies durch Umschalten auf AM und Mithören trotz großem DRM-Hauptsignal-Rauschen. Ähnlich verhält es sich auch bei den Frequenzen 6080, 6090 neben Signalen, die auf Gleichwelle in AM etwa senden.

Mit anderen Worten, wenn eine Spitze irgendwo in den Screens auftaucht, könnte es auch ein Störer sein, der mit dokumentiert wird. Also müsste man ihn fairerweise auch dokumentieren. Daß ein Signal nur von einem Sender stammt, ist nicht automatisch richtig.

Schon die alte AM 6085 war teilweise durch Stationen - ich glaube aus St. Petersburg - u.a. gestört. Das schrieb man dann AM zu, war aber Gleichwellenempfang.

Ich würde mich über weitere Diskussion freuen.

Wolfgang Hartmann, Nürnberg

dadalbinder
22-07-2008, 11:58
Hallo,

manche Weisheit wird immer weiter transportiert und wird automatisch als richtig angenommen. Beispielsweise, daß unter 300 Hz es sich nicht lohnt etwas aus einer AM-Sendung zu dekodieren.

Dies gilt ja für sehr viele Hardware-Empfänger, die vom Demodulator bis zum Audio-Verstärker nicht auf Frequenzen in der Nähe des Trägers arbeiten können also beispielsweise 100 Hz-Töne überhaupt nicht wiedergeben können.

Das gilt auch für einen Teil der SDRs. In Frage stehen nicht die Empfänger, weil die Dekodierung in der Software erledigt wird sondern in der Software. Mit anderen Worten: Die Software übernimmt "Glaubensregeln" der Empfänger-Hardware und setzt diese um.

Ein SDR-Programm, G8JCFSDR von P. Carnegie ermöglicht als einziges die untere demodulierbare Frequenz praktisch fast auf Null also den Träger zu zu demodulieren und hörbar zu machen. Betreibt man nun einen SDR an einer tauglichen Anlage hört man beispielsweise, daß Sender die tiefen Töne mit modulieren und dann kann man sie sich auch holen und hören.

So hört man 6155 kHz, ORF, hier in Nürnberg mit einem vollen Musikklang in großen Teilen des Tages mit erhöhtem Genuß.

Das kann man eigentlich nur selbst ausprobieren.

Wolfgang Hartmann