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View Full Version : Neuerscheinung Himalaya 2009 beim T-Online-Shop


fairuse
07-07-2007, 15:41
Hallo,

der T-online Shop ist mal wieder in die Bütt gestiegen. Nach dem der Morphy bestenfalls für unerschütterliche Optimisten und Berufsbastler etwas war, gibt es nun das Nachfolgeangebot Himalaya 2009.

Die Spezifikation der T-Onliner lautet bei einem Kaufpreis von 250 €:

- DRM/DAB (Band 3 und L Band)
- AM(LW/MW/KW)/UKW(RDS)
- Aufnahmen mit SD-Karte (unterstützt unmittelbare und programmierte DAB- und DRM-Aufnahmen, ebenso MP3 playback)
- Einfache Pause/Wiedergabe Eigenschaft unterstützt DAB und DRM Aufnahmen auf den Speicher
- EPG für DAB-Dienst
- 40 Stationen speicherbar (10 für jeden Modus), zwei Weckzeiten und ein Dutzend programmierbare Einstellungen für Digitalrundfunk (DAB und DRM)
- Externer Antenneneingang, digitaler Ausgang, analoger Ausgang (Kopfhörer)
- Zwei Lautsprecher
- Batteriebetrieb (Dauer abhängig von der Batteriekapazität)
- USB Anschluss

Nach einer anderen Quelle reicht wohl eine Batterieladung gerade mal für drei Stunden Empfang. Zwar suchte ich im Internet nicht tiefgründig, doch scheinen erschöpfende Informationen eine wirkliche Rarität zu sein.

Ich wünsche den Unerschütterlichen erst mal alles Gute und lasse selbst die Finger von dem Angebot.

Gruß

fairuse

dadalbinder
25-07-2007, 22:01
Hallo,

es gibt im Netz erste Erfahrungen über den Betrieb des Himmalaya.

Dabei scheint es so zu sein, daß die Seriengeräte möglicherweise keine Prozessor-Abschirmung haben und Störsignale aussenden. Dies auch bei Batteriebetrieb.

Vermutungen sagen, daß eine Prozessorabschirmung für die Serie nicht angebracht wird. Diese war möglicherweise in Vorseriengeräten noch vorhanden.

Die Erfahrungen zeigen, daß auch in manchen Bereichen keine ausreichende Empfindlichkeit vorhanden ist.

Wenn sich diese Erfahrungen weiterhin bestätigen, ist es wohl so, daß man Kaufleuten bei der Nennung der Eigenschaft "Neue Technik" oder "Fortschritt" nicht automatisch folgen sollte.

So weit so gut. Der nicht so gut beleumundete Morphy Richards scheint hier weiterhin der erste preisliche Standard für Mehrnormenempfänger zu sein. Das erste Softwareupdate dieses Empfängers wirft neben Verbesserungen auch weitere Probleme, wie das automatische Scannen der Frequenzen auf, die häufig durch Hängenbleiben den Empfänger abstoppen.

Eine Mitnahme eines mit Akkus ausgestatteten Morphy auf eine Alm in Südtirol führte letzten Endes dazu, daß er immer wieder hängenblieb und den Akkuvorrat doch sehr strapazierte.

MfG Wolfgang Hartmann, 49N28, 11E00

In der Gruppe: drm-dx bei Yahoo.com können die Warnungen und Berichte zum Himalaya 2009 nachgelesen werden.

maxpower
28-07-2007, 13:57
Hallo Wolfgang und alle anderen!

Gut, dass Du die Info hier rein gebracht hast!

Ich muss jetzt einfach mal die Frage bringen: Ist es denn wirklich so schwierig, ein ordentliches DRM Radio zu bauen?

Ich mein, jetzt scheint deutlich zu werden, wieso die Millionen von kleinen (und billigen) "Weltempfänger", mit der die Chinesen die ganze Welt überflutet haben, nicht funktionieren. Es scheint dort niemand die Geräte zu überprüfen, die man baut (nicht nich einmal in der "Entwicklung"??!??).

Für mich stellt sich - neben mangelnder Qualität vieler chinesischer Entwickler und deren Buchhaltung, die am Ende die Abschrimungen streicht - die Frage, was das Radioscape-Modul taugt. Hat jemand schon rausgefunden, auf welcher technischen Basis dieses Modul arbeitet? Einfachsuper, Doppelsuper, "echter" Basisband-SDR mit rechnerischer Spiegelunterdrückung (I/Q). Ich würde gerne mal so ein Modul (inkl technischer Daten) in die Finger bekommen und schauen, was man da so maximal rausholen kann. Könnte man auf Basis dieses Moduls ein gutes DRM/analoges Kurzwellenradio bauen?

Und wie wärs zB mit fertigen Erweiterungsplatinen für Stationsempfänger wie zB den JRC NRD's. Da hätte man dann von vorn herein eine gute Ausgangsposition, um die Vorteile von DRM ausspielen zu können und brauchte "nur" noch für die Weiterverarbeitung der ZF bis zum Audiosignal zu sorgen. Das sollte doch für die TI-Chips möglich sein...

Beste Grüße,

Stephan

dadalbinder
28-07-2007, 22:11
Hallo Stefan und alle anderen,

ja es sieht ziemlich herb aus, wenn es darum geht, anständige DRM-fähige Empfänger her zu bekommen. Nicht übersehen werden darf auch nicht, daß viele Schlachtschiffe unserer Praxis ebenfalls nur bedingt geeignet sind. Ausgedrückt in vergleichsweise niedrigen SNRs.

Ich habe für mich erfahren, daß einige Empfänger adaptiert werden können aber nur schwachere Ergebnisse bei DRM bringen. Am besten man nimmt sich Zeit und Muße, um Vergleichsmessungen zu machen. Es ist noch einfach, wenn man einen handabgestimmten Empfänger mit Umsetzerplatine und einen seriell gesteuerten Empfänger benutzt.

Es scheint einen Empfänger zu geben, der in "klassischer Bauart" relativ leistungsfähig ist. Das ist wohl der AOR 7030. Andere DX-Empfänger etwa wie mein Lowe-HF150 oder der NRD 525 können offensichtlich DRM dekodieren (mit Umsetzer-Platine) aber nicht an Spezialempfänger wie etwa mein DRT1, den ich als Standard benutze.

Verantwortlich scheinen bestimmte Schaltungsgegebenheiten in den klassischen Empfängern zu sein. AGC-Faktoren für Anstieg und Abfall, verzerrungsfreie AGC-Verstärker über Bereiche von mehr als 60 dB. Saubere Oszillatoren ohne Rauschglocke.

Anders kann nicht erklärt werden, warum einfachste Selbstbauempfänger mit DDS-Generator teilweise hervorragende Ergebnisse bringen. Etwa der Doppelsuper von Berger mit 455 kHz ZF (455 und 12 kHz). Problem, daß man einen gut angepasst (eher unterangepassten) Vorkreis mit Hand abstimmt.

Noch besser gehts mit einem Pendant mit 10,7 MHz und 12 kHz mit ebenfalls DDS-Generator.

Und das Ganze ist ja nicht nur mit "DRM-Vorteil" ausgestattet, weil die digitale Dekodierung nicht nur DRM sondern auch AM, SSB, FMschmal in hervorragender Audioqualität durchführt. Das muß man sich hereinziehen, um es wirklich zu glauben und überzeugt zu sein.

Nun, es gibt ja den Morphy Richards, der eine digitale Dekodierung in IC-Form hat und der ganze hervorragende AM-Dekodierungsergebnisse bringt. Da kann man ja auch noch Vorsetzer dazu bauen!

Die Grundschwächen klassischer Empfänger liegen auch darin, daß eine MikroVolt Eingangsspannung bis zur Dekodierung auf ca. 1 - 2 Volt hochvergrößert werden müssen. Da kann Signalveränderung durch VFO, ungeeignete Filter und F-Einstellungen (sie klingeln auch) und einiges andere wie AGC-Verstärker herbeigeführt werden. Man schaue sich nur einmal alle Abschirmmaßnahmen in einem Empfänger an.

Ich bin jetzt bei I/Q angelangt und damit hoch zufrieden. Ein Eingangssignal wird mit einer geviertelten DDS-Frequenz gemischt. Da gibt es nur noch einen Impedanzwandler mit FET .... und sonst nur noch sehr wenig. Man kann die Platine auch direkt auf das Computergehäuse legen und es passiert gar nichts an Störung. Lob an B. Kainka und Elektor für die Schaltung und das Gehirnschmalz!

Es wäre an der Zeit, wenn Dekodierungs-ICs für Empfänger entwickelt werden, die man bestehenden Empfängern nachschalten kann. Dann wäre vieles leichter. Die Devise heisst hier: Noch warten.

Als kleine Info gedacht, jetzt doch lang.

Ich grüße

Wolfgang

maxpower
29-07-2007, 09:57
Es wäre an der Zeit, wenn Dekodierungs-ICs für Empfänger entwickelt werden, die man bestehenden Empfängern nachschalten kann. Dann wäre vieles leichter. Die Devise heisst hier: Noch warten.

Genau das mein ich ja: Im Radioscape-Modul sitzt ja so ein Chip von TI. Nur kriegt den keiner einzeln zu Gesicht, sondern immer nur verbaut in diesem Modul. Damit steht und fällt die Qualität jedes Receivers, der auf diesem Konzept aufbaut, mit der Qualität des Radioscape-Moduls. (Man kann nur noch "Verschlimmbessern", was Himalaya ja erfogreich bewiesen hat.)

Wenn diese Verbindung zwischen TI und Radioscape geöffnet werden würde und man die Decodier-Chips von TI auch einzeln bekommen könnte, wäre die Konstruktion eines kompletten (und guten) DRM Radios möglich. Ich hab mal vor einem Jahr oder so bei TI angefragt, aber die wollten in der Richtung nichts rausrücken.

Es ist schade, das hier nicht die selbe "Strategie" betrieben werden kann, wie zB. im Bereich der D-Box/Dreambox/DGStation/etc, der WRT Router von Linksys oder auch der Fritzbox von AVM: Eine solide Hardware, ein paar proprietäre Treiber und dazu Open Source Software, die von den Benutzern erweitert werden kann (und wird). Auf dieser Basis könnte ein Kommunikationsempfänger entstehen, der seines gleichen sucht. Nur die Hardwarebasis müsste halt von irgend einer Firma grundsätzlich entwickelt und verkauft werden.

dj3qb
29-07-2007, 15:22
Hallo in die Runde!

Ich sehe es genau so wie ihr. Es würde Sinn machen einen reinen Decoder Chip auf den Markt zu werfen. Der Weltempfänger braucht nicht wieder neu erfunden zu werden. Das vorhandende Empfänger Konzepte auch für DRM taugen haben ja zahlreiche Bastler jetzt lang genug gezeigt.

Viele Grüße

Michael

Funkerberg
30-07-2007, 18:27
Ich sehe es genau so wie ihr. Es würde Sinn machen einen reinen Decoder Chip auf den Markt zu werfen. Der Weltempfänger braucht nicht wieder neu erfunden zu werden. Das vorhandende Empfänger Konzepte auch für DRM taugen haben ja zahlreiche Bastler jetzt lang genug gezeigt.


Zustimmung!

War das nicht so, das die FhG in Zusammenarbeit mit STMicroelectronics und Kenwood an so einem Konzept für Autoradios gebastelt hat mit Erscheinungstermin 2007/2008 ??

Insgesamt ist es schon enttäuschend, wenn auch 2007 noch Empfänger erscheinen, die sich selbst am Empfang hindern....

Nessie
01-08-2007, 13:20
Hallo

Es gibt eine Menüeinstellung, die es erlaubt, beim Himalaya die Antenne richtig einzustellen; damit verbessert sich der Empfang drastisch.

Bei längerem Drücken auf den Select Knopf im Settings Menu kommt der Unterpunkt Engineering, dort kann man die Ferritantenne abstellen.

Viele Grüsse
:D

dadalbinder
02-08-2007, 10:48
Hallo Nessie,

danke für den Hinweis.

Jetzt ist die Frage, ob der Empfänger eine Abschirmung seines Prozessors hat oder nicht. So wie das bisher klang, könnte er ja sich ja auch selbst stören. Also diese Frage ist noch offen.

Zum Geheimnis der Antennenabschaltung für MW: Es ist doch die Frage, wie wir heute technische Artikel kaufen und vorgeführt werden. Ein elektronisches Gerät, das erst über einen nicht so zugänglichen Menüpunkt überhaupt in Gang kommt. Das gleicht einem Auto, das erst fährt, wenn man die Kofferraumabdeckung zurecht gerückt hat. Der Standard für ein problemlos in Gang zu bringendes Gerät scheint noch nicht gegeben.

Da die Hersteller sich nicht verantwortlich zeigen, muß man zumindest von den Anbietern erwarten, daß sie nicht nur verkaufen sondern nützliche Hinweise geben. Hier ist noch Überzeugungsarbeit zu leisten.

Wolfgang H, 49N28, 11E00