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View Full Version : morphy richards digital radio & Elta GlobeStar 3569 im Tandem


Bernd
02-07-2007, 17:42
Das morphy richards Digital Radio (MR) hat bekanntlich Schwächen im Mittelwellenempfang und der WDR DRM Sender Langenberg auf 1593 kHz mit lediglich 10 kW ist hier in Bonn nur sehr schwer aufzunehmen. Der Weltempfänger Elta GLOBESTAR 3569 oder Baugleich Roadstar TRA-2350P oder ursprünglich RedSun RP2000/RP2100 hat einen Zwischenfrequenzausgang von 455kHz. Da kam die Idee, beide Radios mit einem entsprechenden Konverter im Tandem zu verbinden.
Zum Einsatz kommt ein modifiziertes DRM KIT mit dem IC NE612, das Burkhard Kainka in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Funkamateur entwickelt und auch auf seiner DRM Seite beschrieben hat:
http://www.b-kainka.de/drm.htm
Der Quarz wurde gegen einen 6MHz Typ ausgetauscht und das Eingangsfilter durch einen 4,7 KΩ Potentiometer ersetzt. Der Ausgang des Konverters ist über eine nachgerüstete Antennenbuchse an den MR angeschlossen. Das MR wird dafür auf 5545kHz eingestellt, d.h. auf die Differenz von 6000kHz und 455kHz. In dieser Kombination ist nun der Empfang des WDR-Langenberg mit einer externen Antenne über Stunden störungsfrei und ohne Aussetzer. Ebenfalls sind RTL auf 1440kHz aus Luxemburg, BBC auf 1296kHz aus England und besonders stark Vatican Radio auf 1611kHz ohne Probleme empfangbar.
Diese Verbindung bietet die Vorteile beider Empfänger, ohne dem sonst notwendigen PC zur DRM Dekodierung. Neben dem erheblich geringeren Stromverbrauch, vermeidet man Störungen, die sonst speziell im Mittelwellenbereich durch Oberwellen des PCs auftreten. Die Synchronisierung ist auch im MR schneller als z.B. bei der DREAM-Software. Es gehen auch andere Quarzfrequenzen, wenn man das DRM-Kit entsprechend anpasst. Die eingestellte Frequenz muss aber immer unterhalb der Frequenz des Oszillators liegen, damit die Frequenzlage des DRM-Signals erhalten bleibt.
Die hier nachgerüstete Antennenbuchse beim MR ist eine Koaxial-Verbindung zur Stabantenne, die durch eine UKW-Drossel abgeblockt ist, damit der DAB Empfang noch möglich bleibt. Es geht aber auch ohne Eingriff in das Gerät, wenn man das Signal direkt an die Stabantenne legt und den Masseanschluss der Line Out Buchse verwendet. Zu beachten ist, dass der verwendete und vorgeschaltete Empfänger zwar einen externen Antennenanschluss auch für Mittelwelle besitzt, die eingebaute Ferritantenne ist aber nicht abschaltbar. Der Antenneneingang ist lediglich eine Verbindung zu einer Koppelspule um den Ferritstab. Deshalb können nach wie vor Störungen eingestreut werden.

Viel Spaß bei eigenen Versuchen
Bernd aus Bonn

PS: Die Black Box im Bild neben dem MR ist ein externer 4Ohm
PC-Lautsprecher. Die zweite Endstufe ist im MR bereits vorhanden.

dadalbinder
06-07-2007, 12:26
Hallo Bernd,

das Ergebnis müsste doch eigentlich auch auf normale KW-Stationen in DRM ausgeweitet werden können und zwar ohne Änderung der Anordnung.

Ich denke, daß der Roadstar-Empfänger mit seiner PLL so sauber und mit für DRM richtigen AGC-Zeitkonstanten arbeitet, daß es schon interessant wäre, auch ein Ergebnis aus der KW-DRM-Welt sehen zu können.

Der Vorteil des Morphy R. ist ja, daß kein Computer gebraucht wird, um zu dekodieren in AM, DRM.

Gleichzeitig scheint es mir denkbar, daß man auch einen Umsetzer für den Computer 455 kHz auf 12 kHz baut. Das wäre dann ein Gesamtpreis für DRM-Dekodierung, das sehr preiswert wäre.

Könntest Du so freundlich sein, ein KW-Ergebnis ebenfalls aufzeigen. Ich bin entschieden, den Weg versuchsweise auch zu verfolgen.

Wolfgang Hartmann, 49N28, 11E00

Bernd
06-07-2007, 22:11
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Deinen Hinweis. Ja, es funktioniert auch ohne Umbau gut auf Kurzwelle. Und obwohl ich einen 6000kHz Quarz verwende, ist auch RTL auf 5990 kHz gut empfangbar. Der Radioverbund hat sogar den Vorteil, dass, wenn man auf "Wellenjagt" geht, zuerst auf dem RP sofort eine DRM Station am typischen Breitbandrauschen erkennt, bevor der MR zu dekodieren beginnt.

Meinen Beitrag habe ich auf Mittelwelle ausgerichtet, weil der KW-Empfang
- zumindest hier in Bonn - auch ohne Umbauten am MR einigermaßen zufrieden stellend ist.
Der Mittelwellenempfang wurde auch in früheren veröffentlichen Tests immer besonders bemängelt.

Noch ein paar Hinweise:

Die besten Empfangsergebnisse habe ich, wenn das RF Gain Poti am RP so eingestellt ist, dass der Feldstärkebalken gerade 1 Strich weniger als das Maximum anzeigt. Darüber hinaus wird die Kette offenbar übersteuert und der MR kann nicht mehr richtig dekodieren.
(Mein Messgerätepark ist zu klein für genaue Ursachenforschung und ein nasser Finger reicht da ja nicht ;-) )

Unüblicherweise ist der DX-Local Schalter am RP zwischen Vorstufe und Mischstufe geschaltet. Das Gate 2 der Dual Gate FET Vorstufe wird schon von besagtem RF Gain Poti eingestellt. Eine Übersteuerung der Vorstufe kann also durch umschalten auf „Local“ nicht vermieden werden.

Am externen Antenneneingang für FM/SW ist sofort erst einmal ein Abschwächer geschaltet (nicht bei MW). Wenn man also einen guten Preselector hat, könnte man theoretisch die Empfindlichkeit erhöhen, wenn man diesen entfernt (R158 33 Ohm). Das habe ich aber noch nicht getestet und kann daher auch nicht sagen, ob das wirklich empfehlenswert ist.

Die Weitabselektion ist offenbar wegen fehlender LC-Schwingkreise im ZF-Pfad nicht besonders gut. Die Kopplung auf die keramischen Filter erfolgt über nichtabstimmbare Breitbandübertrager
- auch im FM-Pfad. Hier könnte man noch verbessern. Da ist sicherlich mit Blick auf möglichst geringe Produktionskosten gespart worden.

Über weitere Hinweise, Kritiken und Empfangsergebnisse würde ich mich freuen !

Bernd

dadalbinder
07-07-2007, 12:12
Hallo Bernd,

danke für die erweiterte Info. Ich habe mich inzwischen entschieden, einen Roadstar-Empfänger zu kaufen. Wahrscheinlich als relativ einfacher Empfänger geeignet mit moderatem PLL-Wackeln und vernünftigen AGC-Faktoren für Anstieg und Abfall dazu geeignet, als DRM-Voraussuper zu dienen.

Erfahrungen habe ich mit einem Lowe-HF-150 und einem NRD-525 Empfänger. Beide bringen durchaus unterschiedliche SNRs bei DRM liegen aber in einer Vergleichsskala mit DRT1 oder dem neuen Elektor_USB immer relativ tief.

Mit anderen Worten: Die Eignung des Roadstar dürfte gerade wegen der einfachen Konstruktion als Vorstufe zu DRM sehr geeignet sein, wie die MW-Ergebnisse vor dem Morphy R. schon gezeigt haben.

Nun ich habe inzwischen einen und ich möchte ihn auch auf seine Einsatzfähigkeit testen. Also mit div. Bausteinen, die keinen großen Aufwand benötigen. Also mit einem 455 kHz zu 12 kHz Umsetzer, um dann den Computer zu füttern sowie als Vorstufe mit 6000 kHz Quarzumsetzer für den Morphy.

Auf jeden Fall eine Anregung, die ich von mir aus nie probiert hätte. Prima!

MfG

Wolfgang H., 49N28, 11E00

Bernd
07-07-2007, 12:32
Wenn Du den DRT1 kennst, dann ist dieser Link sicher auch bekannt:
http://www.sat-schneider.de/download/Mixerflyer.pdf

Gruß

Bernd

dadalbinder
07-07-2007, 13:15
Hallo Bernd,

ich möchte diesmal ein TA7358 benutzen, es entspricht dem NE602 und ist ein 9-poliges IC, einreihig. Ich hoffe, ein Keramikfitler mit 470 kHz ist noch in meinen Vorräten sonst baue ich die Variante mit abstimmbaren Spulenfilter.

Die 6 MHz Variante brauche ich nur zu adaptieren, weil ich sie für einen Versuch, LW auf den Elektor_USB umzusetzen, schon habe.

MfG

Wolfgang H.,49N28, 11E00

Bernd
07-07-2007, 14:17
Hallo Wolfgang,

da wird sich der TA7358 wie unter Freunden fühlen, denn das ist auch der Baustein, der im RP als FM Front End verwendet wird :)

http://pdf1.alldatasheet.com/datasheet-pdf/view/31281/TOSHIBA/TA7358.html

Viel Erfolg und berichte uns wieder
Bernd

dadalbinder
10-07-2007, 13:40
Hallo Bernd,

heute habe ich erst einmal den Roadstar gegen ein anderes Exemplar ausgetauscht. Der IF-Ausgang wollte nicht so wie er offentlich sollte.

Inzwischen steht der Mischer mit dem TA ..... er schwingt mit seinem 470 kHz keramischen Element auf 464,5.. kHz. Die auf der Elexs/Kainka Seite erreichbaren Datenblätter geben einen unnötig hohen Kondensatorwert an. Statt 472 471 wählen (470 pF). Also auf ein Neues. Ich hoffe, daß es jetzt schneller vorangeht mit den ersten Ergebnissen.

Wolfgang

PS: Nebenbei, wieviel Spannung sollte der IF-Ausgang ausgeben? In den technischen Daten steht dazu eigentlich nichts. Ich denke, es müssen wenige mV sein. Mal sehen am getauschten Exemplar.

Bernd
10-07-2007, 19:50
Hallo Bernd,

heute habe ich erst einmal den Roadstar gegen ein anderes Exemplar ausgetauscht. Der IF-Ausgang wollte nicht so wie er offentlich sollte.

Inzwischen steht der Mischer mit dem TA ..... er schwingt mit seinem 470 kHz keramischen Element auf 464,5.. kHz. Die auf der Elexs/Kainka Seite erreichbaren Datenblätter geben einen unnötig hohen Kondensatorwert an. Statt 472 471 wählen (470 pF). Also auf ein Neues. Ich hoffe, daß es jetzt schneller vorangeht mit den ersten Ergebnissen.

Wolfgang

PS: Nebenbei, wieviel Spannung sollte der IF-Ausgang ausgeben? In den technischen Daten steht dazu eigentlich nichts. Ich denke, es müssen wenige mV sein. Mal sehen am getauschten Exemplar.


Mein Schätzeisen - ein altes Gould Scope - zeigt mir bei dem lokalen WDR2, 774 kHz, ca. 500mV max. Das Grundgeräusch ist ca. 180-190mV.
Bernd

dadalbinder
10-07-2007, 20:22
Hallo Bernd,

inzwischen weiß ich, daß es der IF-AM-Ausgang war. Jetzt höre ich am Computer die die vom Roadstar kommenden Signale nach Umsetzung auf ca. 12 kHz.

Das war in den letzten anderthalb Tagen ein Nervenkrieg. Etwas was eigentlich funktioniert, nicht zum Laufen zu bringen und letzten Endes dann doch umzutauschen. Selbstlöterpech aber die Überwindung der Probleme, macht das alles erst richtig gut.

Der TA7358 arbeitet ohne Vorverstärker mit je 2 470 pF Styorflexkondensatoren und auf einen Mischwiderstand von 1,5 kOhm. 2,5 k Eingangspoti mit C abgeblockt.

Nun kann das Versuchen weitergehen. Ich denke, daß auch der Konverter auf den Morphy nur noch ein Fleißthema ist. Jetzt werde ich erst mal die Platinen-Strippen-Lösung auf Träger fixieren.

Vielen Dank für die Info. Ich habe übrigens ein mehr als 35 Jahre altes Hameg-Doppeloszi HM312.

Ich grüße

Wolfgang

dadalbinder
11-07-2007, 20:54
Hallo Bernd,

die bislang erzielten Ergebnisse sind mit dieser Kombination nicht so erfolgversprechend. Kann man etwa AM noch recht gut in dieser Kombination über Computer dekodieren, ist es im Bereich DRM doch relativ wenig versprechend. DRM-Signale sind mehr oder weniger nicht in typischer DRM-Form zu sehen sondern rechts und links abgeflacht wie ein Gugelhupf (in Einstellung: breit). Teilweise tauchen SNRs von mehr als 10 auf, allerdings wird der MSC mehrheitlich nicht richtig dekodiert.

Interessant ist auch der Nebenweg, den IF-Ausgang auf einen DRT1 zu führen und bei 455 kHz zu dekodieren. In AM gehts ganz gut, allerdings ist der Rauschteppich nicht unerheblich.

Umso mehr frage ich mich jetzt, warum der Morphy mit diesem IF-Ausgangssignal des Roadstar doch so gut zu arbeiten scheint. Eine spezielle Auslegung für systematisch schwächere Signale, Nachfilterung, oder ??

Der nächste Schritt ist der 10 MHz-Konverter, um dann den Morphy R. auf Herz und Nieren experimentell zu erfahren.

Den Konverter (455 auf 12 kHz), der jetzt frei ist, werde ich für andere Versuche zur Seite legen.

Wolfgang

dadalbinder
14-07-2007, 17:52
Hallo Bernd,

hier die Screen-Bilder von DRM 6095, RTL, aus dem Roadstar-Empfänger. Eingesetzt der 455 auf 12 kHz-Konverter.

Der Anstieg ist weicher als der Abstieg des Signals am rechten Rand.

Wolfgang

dadalbinder
14-07-2007, 17:53
Hallo,

hier die Schaltung.

MfG Wolfgang

Bernd
14-07-2007, 22:28
Hallo,

bei yahoo hat Stephan den Link zum Schaltplan vom Redsun eingestellt:

http://groups.yahoo.com/group/redsun-rp2100-rp2000-radio/message/336

Es geht da um meine Vermutung, warum die Trennschärfe vom Redsun nicht so berauschend ist.

Beste Grüße
Bernd

dadalbinder
16-07-2007, 17:48
Hallo,

bei der Zeichnung der Schaltung habe ich einen 1,5k Widerstand zwischen Anschluß 6 und Betriebsspannung, Anschluß 9, nicht eingezeichnet.

Bitte korrigieren.

MfG Wolfgang